Plastiziertherapie
Wenn ein seelisches Ungleichgewicht oder Fehlverhalten funktionelle Störungen oder gar organische Veränderungen hervorrufen kann, muss ein Beleben des Seelischen, das zum ausgleichenden Atmen zwischen Innen und Aussen führt, auch gesundend wirken können. Eine der Möglichkeiten, hier einzugreifen, ist die Plastiziertherapie.
Der beweglichen, plastischen Gestalt des Menschen liegen rundende und sich strahlenförmig ausprägende Formtendenzen zugrunde, die Ausformung von Kopf und Gliedmassen sind dabei Extreme.
Das Gestalten mit Ton von aufquellenden, wachsenden und sich wölbenden Formen entspricht den aufbauenden, regenerativen Vorgängen des menschlichen Stoffwechselsystems. Das weitere Ausformen und Gliedern solcher Formen bis hin zum Aushöhlen und Schalenförmigen entspricht dem Abbauprozess organischen Lebens durch die Tätigkeit des Nervensystems.
Plastisches Arbeiten mit von Hand geformten Körpern wie Kugel, Tetraeder, Oktaeder usw. wirkt als Konzentrationsübung zentrierend. Dabei werden im Entstehungsprozess vor allem Gleichmass und Rhythmus betont.
Ton und Lehm, die in der Plastiziertherapie verwendet werden, halten ein gewisses Mittelmass zwischen der flüssigen Form und der Geschmeidigkeit von Wasser und der Festigkeit und dem Widerstand der grobstofflichen Erde.
Therapeutisches Plastizieren ruft die seelischen Willenskräfte auf: Dem Stoff soll eine Form eingeprägt werden. Dadurch kann eine ausgewogene Verbindung des Innenlebens mit den organischen Lebensprozessen und der realen Umwelt gefördert werden. Beim Plastizieren finden Mensch und Erde zusammen.