Wickelumfrage
Paracelsus-Spital Richterswil intern
Wickelanwendungen werden in der anthroposophischen Medizin einerseits zur Linderung akuter wie chronischer Beschwerden, andererseits zur gezielten Förderung der Wirkung von Medikamenten und künstlerischen Therapien eingesetzt. Das Spektrum der aufgelegten Substanzen, die oftmals gerade bei therapieresistenten Patientinnen und Patienten wesentlich zu einer Verbesserung des Zustandes beitragen, ist äusserst vielfältig. Sie reichen von mineralischen Substanzen (Quarz, Schwefel, Kupfer oder Gold) über pflanzliche Extrakte (Kamille, Arnika, Schafgarbe, Senf etc.) bis hin zu tierischen Produkten (Quark, Honig).
Zwischen April 2008 und Februar 2009 wurden 900 Fragebogen (FB) an alle stationär behandelten Patientinnen und Patienten nach deren Austritt aus dem Spital verschickt; davon wurden 394 FB retourniert (43,8%). Von diesen 394 retournierten FB geben 233 Patientinnen und Patienten an, eine Wickelanwendung erhalten zu haben (59,1%). 161 haben keine solche Anwendungen erhalten (40,9%). 197 Frauen und 25 Männer, die Wickelanwendungen erhalten haben, gaben an, die Wirkung der Wickel bewerten zu können. Die Angaben dieser Gruppe wurden für die Auswertung verwendet. Sie waren durchschnittlich 49,4 Jahre alt (Frauen 48,8 Jahre, Männer 54,5 Jahre).
Die Daten zeigen, dass die Umfragepopulation die Wickelwirkung als ziemlich hoch einschätzt. Es haben aber mehr Patientinnen und Patienten die Anwendungen als Erfolg bewertet als angegeben haben, dass sich ihr Zustand verbessert hat. Dies deutet darauf hin, dass bei manchen Patientinnen und Patienten nicht eine Zustandsverbesserung, sondern eine Zustandserhaltung angestrebt war. Mit zunehmendem Alter und/oder schlechterem Gesundheitszustand wird die Wirkung der Wickel etwas weniger erfolgreich eingeschätzt. Die Frauenpopulation schätzt die Wickelwirkung deutlich positiver ein als die Männerpopulation. Vor allem die Patientinnen, die aufgrund von Mutterschaft das Spital aufsuchten, zeigten sich von den Wickeln positiv beeindruckt.