Gebrauch von Komplementär- und Alternativmedizin
In Zusammenarbeit mit: Kinderspital Zürich und Universitätsklinikum Essen (D)
Das erste Ziel dieses Projekts war, einen Überblick über den Einsatz von Komplementär- und Alternativmedizin bei Kindern und Jugendlichen auf einer Notfallstation in der Deutschschweiz zu erhalten. Zum einen wollte man wissen, bei wie vielen Kindern überhaupt Komplementär- und Alternativmedizin zum Einsatz kam, zum anderen welche Erfahrungen sie damit machten.
Die ersten Daten zeigten, dass der Einsatz von Komplementär- und Alternativmedizin bei Kindern hoch war. Dieser war charakterisiert durch eine hohe Selbstmedikation sowie ein Ausgrenzen des Arztes vom Entscheidungsprozess. Die Eltern wünschten sich einen Einbezug von Komplementär- und Alternativmedizin auf der pädiatrischen Notfallstation und eine offene Diskussion über Komplementär- und Alternativmedizin mit dem ärztlichen Personal. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass diese Eltern oft auch aus eigener Überzeugung heraus kritisch gegenüber Impfungen eingestellt waren.
Aus dieser Umfrage wurden 2010 zusätzliche Daten veröffentlicht, die zeigen, dass bei pädiatrischen Patienten nach Therapien der Komplementärmedizin deutlich weniger Nebenwirkungen zu verzeichnen waren als nach dem Einsatz von Therapien der konventionellen Medizin. Obwohl die im Alltag durch die Befragten gespürte Wirksamkeit von Therapien der Komplementärmedizin insgesamt etwas niedriger eingeschätzt wurde als diejenige der konventionellen Medizin, gaben 49% der an der Umfrage Teilnehmenden an, dass ihre Kinder in einigen Fällen auf Therapien der Komplementärmedizin besser angesprochen haben als auf konventionelle Therapien.
Weiter hat sich die Forschungsabteilung an einer Übersichtsarbeit über den Einsatz von Komplementär- und Alternativmedizin in Europa beteiligt, deren Veröffentlichung für 2011 geplant ist.