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Lebensqualität von PatientInnen mit Krebs während der Misteltherapie

In Zusammenarbeit mit: UniversitätsSpital Zürich

Mittels Selbsteinschätzungs-Fragebögen durchgeführte klinische Studien haben gezeigt, dass Misteltherapie – zumeist in Kombination mit Standardtherapien wie Operation, Chemo- und/oder  Strahlentherapie – die Lebensqualität der Patienten und Patientinnen verbessern kann. Fragebögen sind ein anerkanntes Instrument zur Erfassung der Lebensqualität im Rahmen klinischer Studien, allerdings berücksichtigen sie nur sehr begrenzt die Individualität der Patienten und Patientinnen. Ziel der vorliegenden Studie war es, aufzuzeigen, worin genau die Verbesserung der Lebensqualität für die Betroffenen besteht.

Anlässlich einer von der Ethik-Kommission des Kantons Zürich genehmigten klinischen Studie wurde die Lebensqualität von Patienten und Patientinnen mit verschiedenen Krebserkrankungen am Anfang der Misteltherapie und ungefähr drei Monate später erfasst. Diese Erfassung der Lebensqualität erfolgte durch zwei sehr unterschiedliche aber sich ergänzende Methoden: Fragebögen und Interviews. Die Auswertung der Fragebögen bestätigte die schon bekannte Verbesserung der Lebensqualität, die häufig während der Misteltherapie stattfindet. Auf Grund der ausgewerteten Interviews ergaben sich Hinweise darauf, dass die Misteltherapie den Patienten und Patientinnen – und zum Teil auch ihren Angehörigen und dem Freundeskreis – ermöglichte, ihre Therapie mitzugestalten und den eigenen Prozess der Krankheitsbewältigung (weiter) zu entwickeln. Gerade in Fällen, in denen keine konventionelle Therapie empfohlen war, wurde die Misteltherapie extrem geschätzt. Nach dreimonatiger Misteltherapie berichteten die befragten Patienten und Patientinnen oft über deutliche Verbesserungen mehrerer Aspekte ihrer Lebensqualität, meist in Form höherer Vitalität und Eigenständigkeit und zum Teil in Form eines verbesserten Umgangs mit der Erkrankung. Schliesslich berichteten die Patienten und Patientinnen spontan über Erreichtes, häufig Veränderungen im privaten oder beruflichen Umfeld. Wenn auch individuell sehr unterschiedlich, schienen diese Veränderungen allgemein eine Stressreduktion bewirkt zu haben und haben sehr wahrscheinlich dadurch zu einer Verbesserung der Lebensqualität geführt.

Aufgrund des Studienkonzepts konnte zwar nicht bewiesen werden, dass die Mistelpräparate direkt zu einer Verbesserung der Lebensqualität führten. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass es den Patienten und Patientinnen während der Misteltherapie – welche die Verabreichung des Mistelpräparats, die wiederholte (Selbst)Injektion und den intensiven persönlichen Kontakt mit Ärzten und Pflegepersonal umfasste – vergleichsweise besser ging. Misteltherapie schien eine Plattform für einen integrativen Umgang mit der Krankheit zu bieten. Dadurch konnte ein wichtiger Beitrag zu einer guten Lebensqualität nach dem Schock der Diagnose einer existenziell bedrohlichen
Krankheit erreicht werden.

2011 wurden Ergebnisse aus dieser Studie in einer englischsprachigen Fachzeitschrift veröffentlicht. Eine erste Publikation in deutscher Sprache ist schon eingereicht, andere sollen folgen. Auch eine allgemein verständliche Version für Patienten und Patientinnen wurde verfasst.



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